Themenjahr 2024
Planetary Health
Die Gesundheit des Menschen ist abhängig von den ihn umgebenden Ökosystemen. Globale Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit stellen also eine Bedrohung für den Planeten und den Menschen als Individuum gleichermaßen dar. Das Konzept der Planetary Health unterstreicht die enge Verflechtung von menschlicher Gesundheit, natürlichen Ökosystemen und sozialen Einflussfaktoren.(WBGU – Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung 2023; van Daalen et al. 2024; Voss 2024; Drake 2021; Umweltfragen 2023; Whitmee et al. 2015; Matthes et al. 2024).

Am [tra:ce] arbeiten Forschende unserer Fakultäten Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft sowie dem WittenLab zusammen, um sich im gemeinsamen Diskurs diesem wichtigen Thema zu nähern. Hier bauen wir auf bestehender Expertise auf: Prof. Dr. Jan Ehlers etwa beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Ernährung, Gesundheit und Klima, besonders in der universitären Lehre. Das Team um seine Mitarbeiterin Dr. Julia Nitsche gewann 2023 den 1. Humboldtn-Preis für Nachhaltigkeit mit der digitalen Ringvorlesung „Digital Medicine goes Planetary Health“. Prof. Dr. Petra Thürmann beforscht Umweltauswirkunngen von Arzneimitteln und Prof. Dr. Jan-Christoph Heilinger fragt nach (un)gerecht verteilten ökologischen Wirkungen auf unsere Gesundheit, wie zum Beispiel der Feinstaub-Exposition in Privatwohnungen. Meist sind es marginalisierte Gruppen, die an viel befahrenen Straßen leben und diesem Risiko besonders ausgesetzt sind.
Das Ziel des [tra:ce] Themenjahres war es, die Forschenden zum Forschungsparadigma Planetary Health noch tiefer in den Austausch zu bringen und neue Forschungsfragen, gerade interdisziplinär, zu explorieren – auch mit Forschenden außerhalb der Universität Witten/Herdecke.


Dazu fand im Sommer 2024 als Höhepunkt die Humboldt School „Planetary Health in NRW – Momentum for Change“ an der UW/H statt. Die Initiative Humboldtn versteht sich als Impulsgeberin für die Verankerung von Nachhaltigkeit und nachhaltigem Handeln in Forschung, Lehre, Verwaltung und Infrastruktur an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Die Summer School brachte Expert:innen, Nachwuchswissenschaftler:innen und Praxispartner:innen zusammen, um die komplexen Zusammenhänge von planetarer und menschlicher Gesundheit zu diskutieren und gemeinsam zu erforschen.
Auch jenseits der Universität begleitete das [tra:ce] den (inter)nationalen Diskurs, etwa auf dem Planetary Health Forum, das zum Auftakt unseres Schwerpunktjahres im Dezember 2023 in Berlin stattfand und auf dem mit Prof. Dr. Petra Thürmann, Prof. Dr. Jan Heilinger und Dr. Sonja Knobbe drei Vertreter:innen des [tra:ce] zugegen waren.
Über das Schwerpunktjahr hinaus verfolgen wir diesen Themenkomplex weiter. Mit unserem Kooperationspartner, dem Wuppertal Institut und weiteren Universitäten, wie der Bergischen Universität Wuppertal und der Freien Universität Bozen, befindet sich ein größeres Forschungsvorhaben in der Vorbereitung. Außerdem sollen Strukturen geschaffen werden, um die, in diesem Bereich notwendig interdisziplinäre, Graduierendenausbildung zu verstetigen und fortzuentwickeln.
Im Themenjahr 2025 beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit industriellen Transformationen und der Nachnutzung von Bergbaugebieten. Wir werden berichten!